Muggezunft
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Satzungen der Muggezunft Ettiswil

I.  Rechtsnorm, Zweck und Sitz
Artikel 1                        
Unter dem Namen „Muggezunft Ettiswil“ besteht ein nichtgewinnorientierter Verein gemäss den vorliegenden Statuten (nachfolgend Satzungen genannt) und im Sinne von Artikel 60 ff. des Schweizerischen Zivilgesetzbuches. Im Folgenden wird der Verein als Muggezunft bezeichnet.

Artikel 2                        
1 Die Muggezunft bezweckt die Belebung und die Pflege des geselligen Lebens sowie die Erhaltung alter Volksbräuche besonders während der Fasnachtszeit der Ortschaften Alberswil, Ettiswil und Kottwil.

2 Zu diesem Zweck
- werden am Schmutzigen Donnerstag die Ortschaften Alberswil, Ettiswil und Kottwil besucht.
- findet eine jährliche Bescherung des Alters- und Pflegheim Sonnbühl, Ettiswil, statt.
- wird jedes Jahr ein Fasnachtsball durchgeführt und am Wochenende der alten Fasnacht ein Fasnachtsfeuer entzündet.
- findet alle drei Jahre ein Umzug statt.

Artikel 3                        
Der Sitz der Zunft befindet sich in Ettiswil. Die Zunft besteht auf unbeschränkte Dauer.
 
II. Organisation
Artikel 4                        
Die Organe der Zunft sind
- Das Zunftbot
- Der Zunftrat
- Der Zunftmeister
- Die Rechnungsprüfer

Artikel 5                        
1 Zur Verfolgung des Zunftzweckes verfügt die Zunft über folgende Mittel:
- Mitgliederbeiträge
- Spenden
- Einkünfte aus Anlässen

2 Das Geschäftsjahr beginnt jeweils am 1. Dezember und endet am 30. November.

3 Für die Verbindlichkeiten der Zunft wird ausschliesslich mit dem Zunftvermögen gehaftet. Eine persönliche Haftung der Mitglieder ist ausgeschlossen.

 
III. Mitgliedschaft
Artikel 6                        
Mitglied kann jeder männliche Schweizer Bürger werden, der willens ist, den in Artikel 2 genannten Zweck und die Ideale der Muggezunft Ettiswil zu fördern. Des Weiteren muss er bei der Aufnahme wohnhaft in Alberswil, Ettiswil oder Kottwil sein, beziehungsweise einen anderen starken Ortsbezug (beispielsweise durch einen langjährigen Arbeitsplatz in einer der genannten Ortschaften) aufweisen. Im Folgenden werden die Mitglieder als Zünftige bezeichnet.

Artikel 7                        
1 Beitrittsgesuche sind an den Obmann zu richten. Die Aufnahme als Zünftiger erfolgt durch das Zunftbot.

2 Zünftige können persönlich werben und interessierte Personen dem Zunftrat mitteilen. Der Obmann schlägt anlässlich des Zunftbotes Interessierte zur Aufnahme vor.

Artikel 8                        
Bei einer Aufnahme verpflichtet sich der Zünftige:
- zum Besuch des Fasnachtsballes.
- zur Mithilfe beim Erstellen des Fasnachtsfeuer oder zu Mithilfe bei der Organisation oder Durchführung der Fasnachtsanlässe.
- zur Bezahlung des Mitgliederbeitrages bis zum 15. Februar des jeweiligen Jahres.

Artikel 9                         
Die Mitgliedschaft erlischt durch:

a) durch Tod.

b) den Austritt. Für den Austritt genügt eine schriftliche Erklärung an den Zunftrat. Der Austritt steht auf Ende eines Jahres frei, befreit jedoch nicht von den bereits vorher fällig gewordenen Verpflichtungen.

c) 
den Ausschluss aus „wichtigen Gründen“. Im konkreten Fall berät sich vorab der Zunftrat und stellt dem Zunftbot einen entsprechenden Antrag. Über den Ausschluss von Zünftigen entscheidet das Zunftbot endgültig. Werden die Mitgliederbeiträge während zwei Jahren nicht bezahlt, führt dies zum automatischen Ausschluss aus der Zunft.

 
IV.  Das Zunftbot
Artikel 10                    
Das Zunftbot bildet das oberste Organ der Zunft. Es besteht aus allen Zünftigen.

Artikel 11                  
 
Dem Zunftbot stehen folgende Befugnisse zu:
- Genehmigung des Protokolls des letztjährigen Botes
- Abnahme des Jahresberichtes
- Genehmigung der Jahresrechnung
- Entlastung der geschäftsführenden Organe durch die Rechnungsprüfer
- Festsetzung des Mitgliederbeitrages
- Wahl des Obmannes
- Wahl des Kanzlers
- Wahl des Säckelmeisters
- Wahl der übrigen Zunfträte
- Wahl des Zunftmeisters
- Wahl der Rechnungsprüfer
- Aufnahme neuer Zünftige
- Änderungen oder Ergänzungen der Satzungen
- Beschlussfassung über die Durchführung und Organisation des Umzuges, sowie dessen Finanzierung
- Beschlussfassung über alle andern dem Zunftbot von Gesetz wegen oder durch die Satzungen vorbehaltenen oder vom Zunftrat überwiesenen Geschäfte.
- Auflösung der Muggezunft oder deren Zusammenschluss mit einer andern Gesellschaft

Artikel 12                    
Das Zunftbot wird vom Zunftrat mindestens 14 Tage im Voraus einberufen.

Artikel 13                    
1 Das ordentliche Zunftbot findet jährlich am 6. Januar statt (Dreikönigstag).

2 Ein ausserordentliches Zunftbot wird auf Verlangen des Zunftbotes, des Zunftrates oder eines Fünftels der Zünftigen einberufen.

Artikel 14                    
1 Die Beschlüsse am Zunftbot werden durch absolutes Mehr der abgegebenen Stimmen gefasst. Bei Stimmengleichheit gibt der Obmann den Stichentscheid.

2 Beschlüsse über die Auflösung der Muggezunft Ettiswil, die Vereinigung mit einer anderen Gesellschaft oder Satzungsänderungen erfordern die Anwesenheit von wenigstens der Hälfte der Zünftigen und die Zweidrittelmehrheit der abgegebenen Stimmen.

Artikel 15                    
1 Wahlen und Abstimmungen erfolgen offen, sofern nicht mindestens ein Viertel der Zünftigen geheime Stimmabgabe verlangt.

2 Eine Stimmabgabe durch Stellvertretung ist nicht möglich.

3 Bei Beschlüssen betreffend die Entlastung der geschäftsführenden Organe haben Zünftige, die in irgendeiner Weise an der Geschäftsführung teilgenommen haben, kein Stimmrecht.

Artikel 16                    
Anträge der Mitglieder müssen 5 Tage vor dem Zunftbot beim Obmann eingetroffen sein.

 
V.  Der Zunftrat
Artikel 17                    
Der Zunftrat leitet die Muggezunft und ergreift alle nötigen Massnahmen um den Zunftzweck zu erreichen.

Artikel 18                    
Dem Zunftrat obliegen folgende Aufgaben:
- Er fasst Beschlüsse in allen Angelegenheiten, die nicht ausdrücklich dem Zunftbot übertragen sind
- Er vollzieht die Zunftbeschlüsse
- Er besorgt die Geschäftsführung und vertritt die Muggezunft nach aussen
- Er beruft das Zunftbot ein
- Er organisiert und leitet die Umzüge

Artikel 19                    
Der Zunftrat besteht aus höchstens fünfzehn gewählten Zünftigen, die jeweils für drei Jahre vom Zunftbot gewählt werden. Der Obmann, der Kanzler und der Säckelmeister werden ins Amt gewählt. Die Amtsdauer von drei Jahren beginnt ab der Wahl. Wiederwahlen der Amtsträger finden jeweils nach drei Jahren statt. Die Wiederwahlen der übrigen Zunfträte finden jeweils am Zunftbot nach dem Umzugsjahr statt.

Artikel 20                    
Der Zunftrat umfasst folgende Würdeträger:
- Den Obmann
- Den Kanzler, zugleich stellvertretender Obmann
- Den Säckelmeister
- Den Schreiberling
- Den Werber
- Den Zeugherr
- Die Beisitzer

Artikel 21                    
Der Obmann führt am Zunftbot und an den Sitzungen des Zunftrates den Vorsitz. Er besorgt die laufenden Geschäfte. Des Weiteren obliegt ihm die Rekrutierung eines Zunftmeisters aus den Reihen der Zünftigen. Die Auswahl liegt in seiner Kompetenz.

Artikel 22                    
1 Der Kanzler ist der offizielle Sprecher der Muggezunft. Er führt bei Abwesenheit des Obmannes den Vorsitz.

2 Die Ornate des Kanzlers sind:
- Zunftgewand
- Schultermantel

Artikel 23                    
Der Säckelmeister ist für das Rechnungswesen verantwortlich.

Artikel 24                    
Der Schreiberling führt das Protokoll und macht die Einladungen.

Artikel 25                    
Der Werber ist verantwortlich für die Informationen nach aussen und das Werbewesen.

Artikel 26                    
Der Zeugherr verwaltet das Zunftzeug (Material).

Artikel 27                    
Die Beisitzer erfüllen die ihnen vom Zunftrat überwiesenen besonderen Aufgaben.

Artikel 28                    
Ergänzende Aufgaben der einzelnen Würdenträger werden an den Sitzungen des Zunftrates oder durch ein Pflichtenheft bestimmt.

Artikel 29                    
1 Der Zunftrat versammelt sich auf Einladung des Obmannes so oft es die Geschäfte erfordern. Die Einberufung erfolgt in der Regel mindestens zehn Tage vorher.

2 Jedes Mitglied des Zunftrates kann unter Angabe der Gründe die Einberufung einer Sitzung verlangen.

3 Sofern kein Mitglied des Zunftrates mündliche Beratung verlangt, ist die Beschlussfassung auf dem Zirkularweg (auch E-Mail) gültig.

Artikel 30                    
Der Zunftrat beschliesst durch einfaches Stimmenmehr der Anwesenden. Bei Stimmengleichheit gibt der Obmann den Stichentscheid.

Artikel 31                    
Die Muggezunft wird durch die Kollektivunterschrift des Obmannes (respektive seines Stellvertreters) zusammen mit einem weiteren Mitglied des Zunftrates verpflichtet.


VI.  Der Zunftmeister
Artikel 32                    
1Der Zunftmeister stammt aus den Reihen der Zünftigen und wird jedes Jahr am ordentlichen Zunftbot auf Antrag des Obmannes erkoren. Eine Wiederwahl ist nicht möglich.

2 Die Ornate des Zunftmeisters sind:
- Zunftgewand
- Schultermantel
- Meisterhut
- Kette
- Zepter

Artikel 33                    
Falls der Zunftmeister nicht Mitglied des Zunftrates ist, so gehört er während seiner Amtszeit dem Zunftrat an.

Artikel 34                    
Der Obmann bespricht die zu erbringenden Leistungen vorab mit dem Zunftmeister-Anwärter.

 
VII.  Ehrungen
Artikel 35                    
Jeder Zunftmeister erhält nach Ablauf seiner Amtszeit den Ehrentitel "Zunftvater" und es wird ihm eine Erinnerungsurkunde übergeben. Zudem ist man als Zunftvater automatisch Ehrenzünfter (Ehrenmitglied).

Artikel 36                    
1 Ehrenzünfter der Muggezunft kann werden, wer sich im besonderen Masse um die Muggezunft verdient gemacht hat.

2 Der Antrag auf Ehrenmitgliedschaft (Ehrenzünfter) wird vom Zunftrat an das Zunftbot gestellt.


VIII.  Die Rechnungsprüfer
Artikel 37                    

1 Die drei Rechnungsprüfer kontrollieren das gesamte Rechnungswesen. Sie verfassen Bericht und Antrag zuhanden des Zunftbotes.

2 Die jeweilige Amtsdauer beträgt drei Jahre. Wiederwahl ist möglich.

3 Die Wahlen finden gestaffelt und in fester Reihenfolge statt. Jedes Jahr wird bloss ein Rechnungsprüfer für weitere drei Jahre bestätigt oder ein Ersatz gewählt.

 
IX.  Schlussbestimmungen
Artikel 38                    
Im Falle der Auflösung der Muggezunft ist ein allfälliges Vermögen und das Zunftzeug der Gemeinde Ettiswil zur Aufbewahrung zu übergeben, bis sich wieder eine neue Gesellschaft im Sinne dieser Satzungen bildet.

Artikel 39                    
Bei Streitigkeiten gilt als Gerichtsstand Ettiswil, erstinstanzlich ist das Bezirksgericht Willisau zuständig.

Artikel 40                    
Diese Satzungen treten mit dem Tag ihrer Annahme durch das Zunftbot in Kraft. Sie ersetzen die Satzungen vom 6. Januar 1996.

Gegeben zu Ettiswil am 6. Januar 2015.

Der Obmann                             Der Kanzler

Josef Steinger                           Urs Kunz